Sachalin-Knöterich (Fallopia sachalinensis)
Die Entdeckung eines Naturmaterials für die Herstellung von Möbeln

Sachalin-Knöterich wurde 1863 zum ersten Mal nach Europa gebracht, zur Nutzung als Zier- und Futterpflanze. Inzwischen wird er besonders von Ökologen, Naturschützern und so manchem entnervten Gartenfreund als Feind betrachtet, denn er gehört zu den invasiven Arten, sogenannten “botanischen Bomben”. Der exotisch großblättrig strotzende und bis zu vier Meter hoch werdende Knöterich hatte es vor Jahren auch mir angetan und so pflanzte ich ihn nichtsahnend auch in meinem Garten. Doch seine ungehemmte Ausbreitung und der Jahr für Jahr im Herbst immer größer werdende Haufen trockener Stängel ließen mich aus der Not eine Tugend machen, denn die stabilen und leichten Röhren schienen mir viel zu Schade zum Verbrennen. Ich begann zu experimentieren und fand die Lösung: kurze Knöterichröhren werden in eine zähe Masse aus Holzmehl und Kaltleim eingebettet. So lassen sich über Negativformen Körper von beliebiger Größe und Form herstellen die nach Trocknung und Beschleifen auch ausreichend belastbar sind. Was ist das Besondere an diesem Material, das den Namen FLÖHR von florale Röhre bekam? Die organische Lochstrucktur der so entstandenen Platten und Körper, die Unregelmäßigkeit durch die unterschiedlichen Durchmesser der Röhren, ihre glänzende Innenhaut und die durch die Dicke des Materials entstehenden Lichteffekte schaffen eine ganz eigene Ästhetik, fast als wäre es so gewachsen. Das Grundmaterial, eine einjährig nachwachsende Pflanze und Abfall aus der Holzverarbeitung in Verbindung mit biologisch abbaubarem Weißleim lassen FLÖHR auch aus ökologischer Sicht interessant erscheinen. Das Herstellungsverfahren ist als Patent angemeldet.

floehr